PONIC.

 

PONIC ist eine Plattform zur Generierung von nachhaltigen Wissen. Verortet im Bestand des Altes Waisenhauses in Stuttgart, teilen sich die Nutzer in zwei Gruppen auf: Menschen die PONIC als Lebensraum verstehen, den sie aktiv mitgestalten wollen und Andere die PONIC als Plattform nutzen, um sich über aktuelle Themenbereiche aus dem gesellschaftlichen Kontext zu informieren und in Dialog zu treten. Im Fokus steht dabei der Anspruch die Energieeffizienz im eigenen Wohnumfeld zu optimieren. PONIC soll finanziell von der Politik unterstützt werden. Dennoch unterliegt die Organisation dem Nutzer selber, politische und wirtschaftliche Interventionen sollen unterbunden werden. Als Gegenzug profitieren Politik und Gesellschaft von dem generierten Wissen der Nutzer. Denn Konzepte, Technologien und Ideologien werden hier direkt erlebt und gelebt. Erfahrungen und Erkenntnisse versinken nicht in einer subjektiven Wahrnehmung, sondern werden in ein Datennetz vor Ort eingespeist, bewertet und dokumentiert (PONIC-DATA). Für die Umgestaltung des Alten Waisenhauses wurden folgende Gestaltungsprinzipien definiert:

/ Bauliche Maßnahmen unterliegen funktionaler Relevanz, um bloße oberflächliche Gestaltung auszuschließen / Die Gebäudestruktur soll so weitesgehend erhalten bleiben / Die Gestaltung orientiert sich nach dem IST-Zustand und knüpft an aktuellen Bewegungen und Konzepten an / Die Gestaltung soll veränderbar und flexibel sein, um auf neues Wissen, Trends und Haltungen zügig eingehen zu können /

Als Konsequenz daraus werden acht vertikale Versorgungsschächte (Energieeinheiten) installiert. Ihre wesentliche Aufgabe besteht darin, das Gebäude mit Energie zu versorgen. Die “Energiestränge” sind freigelegt und ihrer Funktion nach farblich gekennzeichnet (blau=Wasser, gelb=Strom, etc.). Die Sichtbarmachung bildet Bewusstsein über den eigenen Energieverbrauch. Neben der nachhaltigen Energieversorgung ist PONIC  auch ein Nahrungsmittelproduzent und greift damit eine weitere zukunftsorientierte Thematik auf: wie kann man Nahrungsmittel in urbanen Lebensräumen nachhaltig produzieren?